DGB warnt vor steigender Gewalt gegen Beschäftigte

Gewerkschaftschef Hoffmann: »Nicht länger die Augen verschließen«

Von Jörg Meyer

Gewalt ist immer eine Machtdemonstration, ob das Gewalt in der Ehe oder in der Gesellschaft ist. Die Frage sei, warum derlei Machtdemonstrationen in immer mehr gesellschaftliche Bereiche eindringen, sagte Wilhelm Heitmeyer, Erziehungswissenschaftler und Gewaltforscher an der Universität Bielefeld am Freitag in Berlin. Man müsse dem Phänomen mit Vorsicht und wissenschaftlich objektiv begegnen. Beispielsweise bei Gewalt gegen die Polizei müsse man auch sehen, wie viel Gewalt von BeamtInnen ausgehe. Heitmeyer sprach auf der Fachtagung »Mehr Respekt! Wie mit Gewalt gegen Beschäftigte umgehen?«, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eingeladen hatte. „DGB warnt vor steigender Gewalt gegen Beschäftigte“ weiterlesen

„Wir haben den Gestaltungsauftrag“

Rund 250 Metallerinnen und Metaller diskutierten in Chemnitz über die Arbeitszeit. Es ging nicht nur um die 35-Stunden-Woche, sondern auch um mehr Verfügungsgewalt über die eigene Zeit und eine Humanisierung des Schichtarbeit.

Von Jörg Meyer

Zur Arbeitszeitkonferenz nach Chemnitz hatten die Geschäftsstellen Chemnitz, Leipzig und Zwickau geladen. Unter dem Motto „Zeiten wenden!“ diskutierten am Dienstag 250 Metallerinnen und Metaller. Zum Auftakt sprach Stefan Kademann, Erster Bevollmächtigter in Zwickau. Die drei Geschäftsstellen machten zusammen rund 42 Prozent der Mitglieder im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen aus, so Kademann. „Daraus leiten wir einen Gestaltungsanspruch ab“, und der soll jetzt mit der Diskussion um die Arbeitszeit auch eingelöst werden. Die Chemnitzer Konferenz sei Ergebnis der fünfjährigen auch kontroversen Debatte darüber, wie in Zukunft mit der Arbeitszeit umgegangen werden soll und welche gewerkschaftlichen Forderungen sich daraus ableiten. „Letztlich hat unsere Diskussion auch zu dem eindeutigen Ergebnis in der Beschäftigtenbefragung geführt – die Beschäftigten wollen weniger Arbeiten, sie wollen über ihre Arbeitszeit mitbestimmen können. „Wir führen heute nicht mehr die Debatte ob wir das angehen, sondern wie wir das angehen“, sagte Kademann. „„Wir haben den Gestaltungsauftrag““ weiterlesen

Im öffentlichen Dienst droht der Notstand

Bundesverwaltungsamt warnt vor Kollaps wegen Pensionierungen

Von Jörg Meyer

Die Babyboomer-Beamten gehen massenhaft in den Ruhestand. Es kommen nicht genug Bedienstete nach. Fazit: Bald droht der Bundesverwaltung massiver Personalnotstand. Das ist die Aussage von Christoph Verenkotte, Präsident des Bundesverwaltungsamtes (BVA). In den Mittwochausgaben der Funke Mediengruppe forderte Verenkotte ein »riesiges Einstellungsprogramm«. Ansonsten drohe der Kollaps der Bundesverwaltung. „Im öffentlichen Dienst droht der Notstand“ weiterlesen

So was kommt von so was

Jörg Meyer zur Befürchtung, die Bundesverwaltung könnte zusammenbrechen

»Quid pro quo« sagt der Lateiner und meint damit »dies für das«: Eine erbrachte Leistung zieht eine angemessene Gegenleistung nach sich. Der Chef des Bundesverwaltungsamtes, Christoph Verenkotte, hat vor einem Kollaps der Bundesverwaltung gewarnt, wenn nicht genug Personal eingestellt wird, um wenigstens einen Teil der durch altersgemäße Abgänge verlorengehenden Bediensteten zu ersetzen. „So was kommt von so was“ weiterlesen

Brausenköche zu Recht sauer

Jörg Meyer über die bittere Limo für Beschäftigte bei Coca Cola und eine Aktionswoche

Bei Coca Cola ging an diesem Donnerstag kaum noch etwas. Im Westen der Republik, in Köln, Dorsten, Bielefeld, Gladbek, Münster, Hamm, … legte die Frühschicht die Arbeit nieder. Die von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) angekündigte Warnstreikwelle hatte zu Beginn der Woche in Bayern und Baden-Württemberg begonnen. Coca Cola European Partners (CCEP) und die NGG liegen in der laufenden Tarifrunde im Clinch. „Brausenköche zu Recht sauer“ weiterlesen

Am Boden

Jörg Meyer über die Auseinandersetzungen an Berliner Flughäfen

An diesem Montag bleiben wieder Flieger am Boden. Das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen legt den zweiten Warnstreiktag in den laufenden Tarifauseinandersetzung hin. Was für die einen eine bodenlose Frechheit ist, ist für die anderen bodenständige Gewerkschaftsarbeit. Die Belegschaft, die da streikt, ist zuständig fürs Abfertigen der Fluggäste und auf dem Rollfeld unter anderem fürs Kofferschleppen. „Am Boden“ weiterlesen

Bezahlung auf Zuruf

Die Bedingungen im Onlinehandel sind besser geworden, aber ver.di geht das zu langsam

Von Jörg Meyer

«Wir kommen gut voran», sagt Thomas Voß, im Bundesfachbereich Handel für den Onlinehandel zuständiger Sekretär bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Er bestätigte, dass es in absehbarer Zeit zu einer ersten Tarifauseinandersetzung am Zalando-Standort Brieselang kommen werde. In Erfurt gebe es «erfreuliche Entwicklungen». Lediglich im Zalando-Lager in Mönchengladbach habe ver.di bislang nur vereinzelt Mitglieder. Ebenso im baden-württembergischen Lahr, wo derzeit ein neues Lager aufgebaut wird. „Bezahlung auf Zuruf“ weiterlesen

Interview mit Erika Ritter zu Zalando

»Das braucht seine Zeit«

Ver.di könnte bei Onlinehändler Zalando erstmals zu Tarifverhandlungen aufrufen

Zalando will 2000 neue Jobs in Berlin schaffen. Was ist daran erfreulich?
Es ist grundsätzlich nicht falsch, wenn neue Jobs entstehen. Wir müssen jetzt gucken, was das für Jobs sind, zu welchen Bedingungen die Menschen da arbeiten und was sie verdienen.

Und wie weit ist ver.di im Unternehmen Zalando?
Wir organisieren derzeit das Lager in Brieselang und kommen gut voran.
„Interview mit Erika Ritter zu Zalando“ weiterlesen

Burger, Cola und die Frauen

Die NGG streikt und stellte ihren Fahrplan für 2017 vor

Von Jörg Meyer
In den Betrieben der Systemgastronomie läuft derzeit eine harte Tarifauseinandersetzung. Zuletzt hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten am Mittwoch die Beschäftigten der McDonald’s-Filiale am Checkpoint Charlie in Berlin zum Warnstreik vor die Türen der Burgerbude gerufen. In der seit Oktober 2016 laufenden Tarifrunde für die rund 100 000 Beschäftigten der Ketten McDonald’s, Burger King, Nordsee, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut, Autogrill und Starbucks waren drei Gesprächsrunden ergebnislos verlaufen. Das Angebot des Bundesverbandes der Systemgastronomie (BdS) nennt die NGG »läppisch«. Die Kritik der Gewerkschaft: Die Beschäftigten in der untersten Lohngruppe würden nach einer Entgelterhöhung gerade einmal drei Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro liegen. „Burger, Cola und die Frauen“ weiterlesen

Dienst nach Vorschrift

Die Tarifrunde 2017 für den öffentlichen Dienst der Länder ist fast gelaufen. Für 800 000 Tarifbeschäftigte gilt das Ergebnis. Die Gewerkschaften fordern noch die inhaltsgleiche Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten im Landesdienst sowie auf die Pensionäre und Pensionärinnen. Doch welche Zeichen setzt der Abschluss und für wen? Eine Einschätzung.

Gemessen an der Höhe der Forderungen, sieht der erzielte Abschluss auf den ersten Blick gar nicht schlecht aus: Sechs Prozent gefordert, 4,35 Prozent bekommen; 90 Euro mehr für Auszubildende gefordert, 70 Euro sind es geworden. Was heraussticht ist die verabredete Einführung einer Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 – und damit in allen Entgeltgruppen. Bei genauerer Draufsicht relativiert sich der Eindruck ein wenig. Die Entgelterhöhung erfolgt in zwei Stufen, rückwirkend zum 1. Januar sind es zwei Prozent für 2017. Bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent ist das keine üppige Reallohnsteigerung. „Dienst nach Vorschrift“ weiterlesen