Trocken bleiben in der Krise

COVID-19-Pandemie: Wie sich die eingeschränkten Therapiemöglichkeiten auf Alkoholiker*innen in Berlin auswirken

Von Jörg Meyer

Stefan Reichert* ist Alkoholiker. 30 Jahre hat er getrunken, verschiedene Phasen der Krankheit durchlebt. »Mal hast du die Sucht im Griff, mal überhaupt nicht. Das waren die Abstürze«, erzählt er. Dann hätten Freund*innen ihn gefragt, ob er nicht endlich zum Entzug in die Klinik gehen wolle. Seit dreieinhalb Jahren ist Reichert nun trocken. Er ist in seiner Abstinenz stabil, weiß aber um das bleibende Rückfallrisiko: »Ich habe mehrere Anläufe und klinische Entgiftungen gebraucht.«

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Five Young Men

Ein Nachruf

Erste Strophe

Wir fahren zu einer Feier auf dem Dorf, einen Ticken nördlich unserer Heimastadt im Norden Hamburgs. Auf dem Weg dorthin haben wir erfahren, dass einer aus unserem Jahrgang tödlich mit dem Auto verunglückt ist. Es ist Februar 1990. Die Stimmung ist gedrückt. Es ist für die meisten die erste Erfahrung mit dem Tod eines Freundes. Seitdem besteht die Verabredung zwischen uns: Abwechselnd Null Promille, einer fährt einer trinkt. Der eine ist Marko, der andere bin ich.

Five Young men
were killed last Friday
Hunting over the highway
Now they’re six feet under under
and I sit here and wonder

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